Literatur
Irgendwann um 1976 hatte ich angefangen, mir Sätze auszudenken und aufzuschreiben, in die ich meine Gedanken und das, wovon ich glaubte, dass ich es kundtun musste, packte. Später nannte ich das Niedergeschriebene Gedichte und entließ es aus dem Nebel des Verborgenen. Es waren Liebesbekundungen, Empörung gegen Krieg, Terrorismus und menschliche Kälte und ich wusste, manch Wortgeflecht würde beim Leser Ratlosigkeit auslösen: Was will uns der Autor damit sagen?
Die Idee, meine Lyrik einem Leserkreis zuzuführen, wurde 1979 geboren, als ich mit meinem Musikidol Leonard Cohen vor und nach dessen Konzert in Nürnberg ein persönliches Gespräch führen konnte. Er bekräftigte mich darin, an meinen literarischen Ambitionen festzuhalten und meine Gedichte zu veröffentlichen, sofern ich mich einem Publikum stellen wollte.
Im Jahr darauf brachte ich im Selbstverlag den Gedichtband Schöne Aussichten heraus und musste feststellen, dass das schlichte Büchlein jenseits professionellen Designs durchaus seine Leser und Befürworter hatte. Im Fehldruck Verlag Hannover fand ich einen deutschlandweiten Vertrieb, in der Schweiz übernahm Roman Wild die Verbreitung und Klaus Stürzenberger vom Bayerischen Rundfunk wurde zu einem Mentor.
Bis mein zweiter Gedichtband Scherbenreigen im Verlag freier Autoren, Fulda, 1987 erschien, brachte ich gesprochene Gedichte in Autorenlesungen unters Volk und machte bei einigen Lyrik-Anthologien mit. Scherbenreigen konnte zu Schöne Aussichten nicht gegensätzlicher sein. Ich hatte die teilweise in Reimform verfassten Gedichte geschliffen, angepasst, verändert und viel Zeit in sie investiert, anders als bei dem Vorgänger, wo sich die Worte regelrecht über das Blatt Papier ergossen und sich daran festklammerten wie ein Tintenkleks.
Als ich 1987 auf die Frankfurter Buchmesse eingeladen wurde klopfte Stolz in meiner Brust: Ich war ein deutscher Autor. Getrübt wurde die wohltuende Stimmung jedoch durch die abfällige Einstellung professioneller Schriftsteller Lyrikern gegenüber, die in ihnen keine achtenswerten Literaten, sondern nur Pseudoautoren sahen. Hinzu kam eine Presse, die von einer Gedichteinflation sprach mit dem Hinweis: "Jede Hausfrau glaubt heute, was sie in ihr Tagebuch schreibt, wären Gedichte oder Prosa." Aus diesem Grund schwor ich 1988 der Literaturform Gedichte ab und konzentrierte mich auf Musik und meine Liedern, in denen ich ebenfalls meine Gedanken und Meinungen äußern konnte. Im gleichen Jahr konnte ich durch zwei Kurzerzählungen auf mich aufmerksam machen: In Gauke's Literaturkalender '88 mit Märzenschnee, wobei der honorierte Beitrag Ruhleben -Wilhelmsruh in der Anthologie Berlin und ich dem Literaturwettbewerb des Mitteldeutschen Kulturrats entsprang, an dem ich mich beteiligte.
In den Folgejahren standen meine Lieder im Vordergrund und ich schrieb einige Kurzgeschichten und Prosa, die sich in einem Ordner als Sammlung anhäuften. Der Satireroman Bartl und Doo, dessen abgefahrene Geschichte mich heute von einer Überarbeitung abhält, gesellte sich ebenso zum Stapel unveröffentlichter Manuskripte, wie das Hörspiel Bastian und der große Tschakko.
Nach längerer Abstinenz literarischen Schaffens vor der Jahrtausendwende, keimte die Idee einer Dualität von Lyrik und Prosa in einem Büchlein auf und nach Abschluss des Werks beschloss ich, erneut im Selbstverlag das eigenproduzierte Buch nur über Onlinemedien, Foren und Portalen Lesern anzubieten. Der Erfolg war ernüchternd, ja, er blieb aus. Desinteresse herrschte auf ganzer Linie. Die hergestellten Exemplare bereit für die Mülltonne.
Ein dreiwöchiger Aufenthalt in einer Reha-Klinik infolge Rückenproblemen sowie eine berufliche Veränderung ließen mich in den Folgejahren erneut zur Feder und Reimen greifen: Frustbewältigung. Die Lyrik von 2004/2005 sammelte sich in einem Buch mit dem Arbeitstitel Im Wind ein Wort an, an dem der Aphaia-Verlag, Berlin, Interesse zeigte. Die Herausgeberin sagte jedoch 2007 aus gesundheitlichen Gründen ab, womit die Gedichte in der Schublade verschwanden. Parallel entstanden 2005 englischsprachige Gedichte, zusammengefasst unter dem Titel The Book of Disgrace. Die explicit poetry ballt den ganzen Frust jener Tage in teils anstößigen Reimen zusammen und schleicht seither unveröffentlicht in den dunklen Winkeln meiner Lyrikruine herum. Fazit 2005: Lyrik - aus, Schluss und vorbei.
Die Veröffentlichung des vierten Gedichtbands Bis zur letzten Vorstellung 2010 ist allein dem Umstand geschuldet, dass mir nach Jahren das Lyrikmanuskript Im Wind ein Wort von 2004/2005 in die Hände fiel und ich mit der Distanz einiger Jahre die Gedichte für nicht zu schlecht und durchaus lesenswert empfand. Der lyrische Schlussstrich von 2005 fand seine finale Erfüllung in Bis zur letzten Vorstellung. Nach über dreißig Jahren Umgang mit Textschöpfungen, die man Gedichte nannte, war das lyrische Feuer endgültig in mir erloschen.
Neue Ufer brachte das Meer der Erzählung mit sich, die Welt des Romans, ein Terrain, auf dem der Schreibende zeigen musste, wozu er schriftstellerisch in der Lage war. Kein Verstecken hinter schnellen Worten pulsierender Gedanken, kein Aneinanderreihen zusammenhangloser Sätze. Handwerk war gefragt und die Auseinandersetzung mit dem roten Faden über alle Seiten des Buchs hinweg. Bereits 2004 hatte ich mich mit der Fantasygeschichte Ein stilles Verschwinden bei einem Wettbewerb für phantastische Literatur beworben. Zehn Jahre sollte das Manuskript vor sich hin ruhen, bevor ich es 2015 erneut las, es interessant fand und für eine Veröffentlichung bearbeitete. Der Fantasyroman Ein stilles Verschwinden erschien 2016 bei e-publi.
In jungen Jahren hatte mir ein Schriftsteller einst den Ratschlag gegeben: "Schreibe nur über Themen, bei denen du dich auskennst." Nichtwissen würde der Leser schnell demaskieren. So geisterte mir seit mehr als fünfzehn Jahren die Idee im Kopf herum, einen Roman über eine Baseballmannschaft zu schreiben, über die lustigen und tragischen Momente, so wie sie in vielen amerikanischen Sportfilmen thematisiert wurden. Vorlage sollte eine junge deutsche Mannschaft sein, die ich 1991 mit gründete und über die ich genügend Insiderwissen verfügte, um darüber zu schreiben. Eine solche Geschichte wäre ebenfalls gut für einen Film geeignet, dachte ich mir und so pendelte die Idee zwischen Drehbuch, Musical und Roman hin und her. Der Zugang zur Geschichte blieb mir allerdings jahrelang verwehrt, bis mir nach dem Jubiläumsspiel meiner ehemaligen Baseballmannschaft zum 25-jährigen Bestehen der zündende Gedanke kam: Ein Roman mit vier verschiedenen Handlungsebenen. 2017/2018 schrieb ich den Baseballroman Base on Balls, teilweise in Amerika, und veröffentlichte ihn im März 2018. Er war mein bislang aufwändigstes Werk.
Der Kriminalroman Planen.Bauen.Sterben wurde 2019 Romannachfolger von Base on Balls, angesiedelt in der Welt der Bauplanung, einem Metier in dem ich mich von Berufswegen auskenne. Für das noch unveröffentlichte Buch muss ich noch einen Verleger suchen, wenn es meine anderen Aktivitäten aus Zeitgründen erlauben.
2020 war das Jahr von Tharos - Die Geschichte, der Hintergrundstory zu meinem gleichnamigen Brettspiel, welches 2021 beim deutschen Spieleverlag Spielworxx erschienen ist. In Tharos wird die Geschichte eines Planeten im Steampunk Universum erzählt, dessen Gilden um Anerkennung und Ehre kämpfen. Die Story wurde in acht Kapiteln erzählt und von mir auf der Webseite www.boardgamegeek.com unter Tharos online gestellt (downloadbar).
Zwei weitere Romane liegen mir am Herzen, die ich in den folgenen Jahren schreiben möchte. Die erste Geschichte gleicht einem Raodmovie, in dem sich drei unterschiedliche Musiker zufällig in Buffalo, NY begegnen und sich auf eine abenteuerliche Fahrt durch Amerika begeben. Das zweite Buch wird mein Alterswerk sein, ein Roman mit autobiografischen Einflüssen, philosophischer Grundstimmung und dem Versuch, Blüten einer Altersweisheit dem Sturm-und-Drang-Knospen jugendlicher Tage gegenüberzustellen.
Gedichtbände
Zwischen 1980 und 2010 (Veröffentlichungsjahre) entstanden vier eigene Gedichtbände, dazu eine Sammlung englischsprachiger Lyrik (unveröffentlicht).
Schöne Aussichten war der Startschuss zur Auseinandersetzung mit dem geschriebenen Wort und dem Kampf um Beachtung.
Klaus Stürzenberger vom Bayerischen Rundfunk stellte Schöne Aussichten 1980 in seiner Musiksendung in BR3 vor und las daraus ein Gedicht. "Alles Gute wird sich immer durchsetzen" prophezeite er aus literarischer Sicht und sollte teilweise Recht behalten.
Der Soziologe, Schriftsteller und Lyriker Joachim S. Hohmann schrieb über Schöne Aussichten: "Ich fand Texte, die mich entfernt an die Underground-Lyrik und -prosa Amerikas erinnern."
In der Literaturzeitschrif Ulcus Molle schreibt Klaus Pemsel: "Dem Leser werden dann rückhaltslos Ehrlichkeiten aufgetischt, die mit dem Verständnis der Welt und mit dem Sein in der Welt ringen. Der gute Mann ist wirklich ehrlich."
Im Hannoveraner Stadtmagazin Schädelspalter 3/82 steht unter Tagestipp 28. März: "Heute nun gastiert Bernd P.M. Scholz ... Mannigfaltige Gefühlsäußerungen finden in den Gedichten ihren ziemlich direkten Ausdruck. Es sind Ängste und Sehnsüchte, festgehalten in literarischen Texten."
Die Hannoversche Allgemeine Zeitung findet am 29. März 1982: "Es sind vielfältige Gefühlsäußerungen, die sich hier sprachlich artikulieren... Seine Sprache passt sich der Situation an, mal kantig und unbehauen, mal geformt und geschliffen."
Der Vertrieb des Gedichtbandes wurde in Deutschland vom Fehldruck Verlag, Hannover, übernommen, in der Schweiz war es Roman Wild von D., S.&R.-A. Verlag für populäre Kultur, Bern.
Schöne Aussichten, 1980, Selbstverlag edition german, 102 Seiten
Mit Scherbenreigen festigte sich die überregionale Anerkennung. Der Gedichtband war nicht Werk eines Lokalpoeten, sondern Weltlitaratur, dachte ich mir. Im Vorfeld der Veröffentlichung war am 14.12.1986 von der Bamberger Literaturzeitschrift Palette eine Dichterlesung im Café Abseits angesetzt und es wurden zwischen 12.01. - 18.01.1987 von mir gelesene Gedichte am Literatur-Telefon der Stadt Nürnberg gesendet. Die Literaturzeitschriften bonnmot (Bonn) und Bakschisch (Wien) brachten eine Vorveröffentlichung eines Gedichtes aus Scherbenreigen.
Stadtbühne Bamberg, 4/87
"Völlig anders, nämlich mit einem lyrischen Gedichtband, präsentiert sich ein Diplomingenieur, der im Bamberger Umland wohnt. [... mit] Stimmungen, die teils politisch teils sehr gefühlsbetont zu Papier gebracht wurden."
Fränkischer Tag Bamberg, 23.01.1987
"Ein Idealist? Kaum. Kein Kulturpessimist? Vielleicht. Ein Skeptiker? Bestimmt. Bernd P.M. Scholz [...] lässt sich trotz düsterer Grundstimmung nicht ganz den Zerfallspropheten zurechnen. [...er] versteht es, mit seinen Gedichten vordergründig zu erheitern, um hintergründig um so mehr zu persiflieren. Scholz legt mit leisem Humor den Finger auf die Wunden unserer Zeit oder greift tief in das Arsenal der Banalität des Alltags."
Nürnberger Nachrichten, 8.4.1987
"Ein sehr persönliches Werk ist das geworden, in dem der Verfasser auf manchmal beängstigende Art seine Lebens- und Schaffensprobleme öffentlich macht. [...] Scholz schreibt gegen jene 'die an allem verdienen / die morallos schlemmen / und dies ungeniert zeigen'. Diese, die übrigens stets fatal an die anonymen Mächte im Godesberger Programm der SPD erinnern, haben Bernd P.M. Scholz' Gedichtband auch den Titel gegeben: Scherbenreigen."
Illustrierte Stern Nr. 19, TV Magazin, 29.04.1987
"An moralischen Dornen reich sind die Gedichte von Bernd P.M. Scholz. Die Welt ist für ihn ein Scherbenreigen. Der Lyriker reimt gern, doch ob gereimt oder ungereimt - er gleitet oft ab in Sprachklischees, die seine moralischen Lehren leer werden lassen."
Neue Zürcher Zeitung, 12./13. März 1988
"Wie ein musikalischer Reigen ist der neue, zweite Gedichtband Scherbenreigen gegliedert: vom Moderato übers Allegro und Andante geht es zum Prestissimo Possibile und klingt aus im Adagio. Nüchtern, angenehm unpathetisch, mit satirischen Stacheln, nicht selten auch witzig präsentiert sich diese Lyrik eines kritischen Kopfs."
Literaturzeitschrift Adagio, 23/87
"Nicht Scherbenreigen sondern Musikreigen könnte man diesen Lyrikband nennen. Denn die Worte von Bernd P.M. Scholz klingen wie Musik. [...] Bernd P.M. Scholz spricht nicht mit großen Worten, oftmals kommen sie still und leise, jedoch immer aussagekräftig und treffend."
Ulcus Molle Alternativ Presse No. 7-9, 1988
"Egal ob Reim oder Nichtreim, beides zeugt von einem gekonnten Sprachumgang. Kein Wort ist überflüssig. Das Buch ist ein Zwiegespräch des Autors mit dem Leser und seiner Welt."
Scherbenreigen, Verlag freier Autoren, Fulda, 1987, 88 Seiten
Titelgrafik: Alfred Heinz Kettmann, Bamberg (Grafiker)
Es war ein Versuch, ein Experiment, ein Mal-sehen-ob und die Idee scheiterte kläglich. Nur durch Onlineinstrumente wollte ich nach Lesern und Interessenten im WWW suchen. Es sollte der Inhalt im Vordergrund stehen, nicht die Aufmachung - das Wort, nicht das Papier. Vielleicht war das zu naiv gedacht, vielleicht habe ich zu schnell aufgegeben, resigniert und das Buch mit Ringbindung zu früh eingemottet.
Im Vorwort gestehe ich: "Letzte Verse sind entstanden nach einer langen Zeit der poetischen Abstinenz. Mein letzter Gedichtband Scherbenreigen liegt sechzehn Jahre zurück. [...] So sind dann Letzte Verse nicht die letzten Gedichte, die ich schreibe, sondern die jüngsten, die Gedichte der letzten Zeit." Der Wunsch Lyrik zu verfassen sank erneut auf einen Tiefpunkt.
In Letzte Verse steht ein Prosabeitrag einem gleichnamigen Gedicht gegenüber. Die Prosa erzählt von drei Wegbegleitern der Menschheit, Kleio, Pathos und Poena, die einen kurzen Beitrag über den Mensch für das Lexikon des Universums schreiben müssen. Das der Prosa gegenüberstehende Gedicht konkurriert mit der Erzählung und malt ein Bild der Eindrücke von den drei kosmischen Gestalten.
Letzte Verse, Selbstverlag, 2003, 86 Seiten
Bis zur letzten Vorstellung wurde zur letzten Aufführung meiner Lyrik. Die durchweg gereimten Gedichte entstammen einer nachdenklichen Zeit aus den Jahren 2004/2005. Der Gedichtband sollte dort weitergehen, wo Scherbenreigen endete. Noch tiefer sollten die Stacheln ins Fleisch getrieben werden, noch einlullender die Reimform, damit umso heftiger der Schlag der Worte in den Verstand empfunden wurde.
Der Aufruf zur Revolution (Stoßt die Helden von ihren Sockeln [...] begrabt die Führer und lasset sie ruhen [...] reißt Tempel ein, auch die Paläste [...] Richtet Richter...), der Bericht Vom führenden Menschen (Muss man blöken und grunzen um sich mitzuteien, speicheltriefend sein Maul zur Fratze verzerren) oder die Warnung vor dem Nekromant (Zombifiziert und ohne Willen, Befehle werden sie erfüllen) ließ Kritiker und Leser kalt. Das Internet lieferte sensationsbeladenere Bilder vom Übel dieser Welt und der Gleichgültigkeit vieler Zeitgenossen, als es Worte, gar Gedichte je vermitteln konnten. Statt den Hauch der Nachdenklichkeit aus zeigefingerhebenden Gedichten spüren zu wollen, lässt es der oberflächliche Mitmensch zu, dass der visuelle Konsum von Katastrophen und Sensationsberichten ihm den letzten Funken Verantwortung zumüllt.
Auch wenn der Gedichtband über den Buchhandel und Amazon erhältlich war, fand er kein Interesse bei Rezensenten, und nur wenig bei Lesern. 2010 wurde von mir das große Buch der Lyrik geschlossen, versiegelt und beiseite gelegt.
Mit zeitlichem Abstand betrachtet, vereint Bis zur letzten Vorstellung die besten meiner Gedichte.
Bis zur letzten Vorstellung, BoD, Norderstedt, 2010, 84 Seiten
Titelgrafik: Barron Storey (Maler, Grafiker und Dozent des Art Center Los Angeles)
The Book of Disgrace sollte das Gegenteil von Leonard Cohens Book of Mercy werden. Dort wo Cohens Poetry vor Lob, Verzweiflung, Zorn und Vertrauen strotzt und die psalmähnlichen Verse in Tönen sprechen, die mit einer älteren Tradition der Hingabe übereinstimmen (Penguin Random House), waren die Stücke in The Book of Disgrace gedacht, die allgegenwärtige Schande in ein abschnittsweise anzügliches und obszönes Wortkorsett zu schnüren und im modernen Sinn zwischen den Zeilen zu schreien: "Fuck you!"
Da es leichter fällt, vulgäre Inhalte in der englischen Sprache zu artikulieren als in einem harten Deutsch, handelt es sich bis auf wenige Übersetzungen deutschsprachiger Gedichte um die Originalausgabe jener explicit poetry.
Die Gedichte von The Book of Disgrace aus dem Jahr 2005 bergen Frust und Zorn, Wut und Arroganz, Unverständnis und Ohnmacht in sich. Es dominiert der Wunsch, Worte als glühende Nadeln einzusetzen, die physisch schmerzen.
Ob The Book of Disgrace jemals veröffentlicht wird steht in den Sternen. Wenn ja, dann vielleicht nur, wenn sich meine Idee realisieren lässt und jedem Gedicht eine inhaltsbezogene schwarz-weiß Grafik von malenden oder zeichnenden Künstlern gegenübergestellt wird.
The Book of Disgrace, 2005, unveröffentlicht, 50 Gedichte
Romane
Nach Beendigung des Verfassens von Lyrik 2005 konzentrierte sich mein literarisches Schaffen auf den Roman. Auch wenn das erste Romanmanuskript bereits 2004 als Beitrag für einen Fantasywettbewerb fertiggestellt wurde, dauerte es über zehn Jahre, bis das erste Romanschiff vom Stapel lief.
Auslöser für den Fantasyroman Ein stilles Verschwinden war ein Wettbewerb zu phantastischer Literatur. Ich wollte unbedingt mit-machen und mir durch die Teilnahme 2004 beweisen, dass ich in der Lage war, einen Roman zu verfassen. Der Test gelang, doch im Wettbewerb spielte Ein stilles Verschwinden keine Rolle.
Wie viele andere meiner Texte (u.a. eine Kurzgeschichtensammlung) ruhte der Fantasyroman unbeachtet in der Schublade, bevor er mir zehn Jahre später durch Zufall in die Hände fiel. "Das Gute setzt sich immer durch", hatte Klaus Stürzenberger in BR3 zu meinem ersten Gedichtband Schöne Aussichten gesagt und hier lag jenes subjektiv empfundene Gute und rief nach Beachtung. Ich nahm die Aufgabe an, überarbeitete das Manuskript und beschloss, den Roman zu veröffentlichen; ohne Verlagssuche, ohne Haussierengehen und ohne um Fürsprache bettelnd, denn in epubli sah ich die geeignete Plattform zur Veröffentlichung.Vorrangiges Ziel war, aus dem Schatten der Lyrik zu treten.
Im Roman verschwinden Musiker spurlos und das kleine Mädchen Mareike kommt zusammen mit Professor Humbolt dem Geheimnis auf die Spur. Ihre Suche führt sie in eine zeitübergreifende Parallelwelt, in der die Musik eine existenzielle Lebensgrundlage ist.
Ein stilles Verschwinden, epubli, 2016, 232 Seiten, DIN A5
Amazon/Buchhandel, 14,50 Euro
Es war schon vor Beginn der Arbeit an dem Baseballroman Base on Balls klar, dass er aus der winzigen Nische der exotischen Literatur nicht würde hervortreten können. Verlage lehnten auf Anfrage das Manuskript ab, ohne auch nur eine Leseprobe entgegennehmen zu wollen. Nach Veröffentlichung war es ebenfalls nahezu unmöglich, einen Rezensenten, ob Online- oder Printmedium, für das Werk zu begeistern. "Baseball ist in Deutschland kein wirkliches Thema", war die Meinung von Berlin bis München, ja sogar innerhalb der Reihen der fränkischen Provinzblätter. Lediglich der Frankische Tag in Bamberg berichtete in einem kleinen Kasten über das Buch innerhalb einer ganzseitigen Reportage über Baseball in Franken. Auch wenn im genannten Artikel meine Person als ehemaliger Baseballer und Mitglied des Veteransteams des Jubiläumsspiels einen würdigen Platz fand und mit farbigem Bild glänzen durfte, wollte sich die Kulturredaktion nicht mit Baseball beschäftigen. Das sollten die Kollegen vom Sport übernehmen.
Dabei ist Base on Balls ein ambitioniertes Unterfangen, welches auf vier Handlungsebenen versucht, den Werdegang einer deutsch-amerikanischen Baseballmannschaft vor den Toren Bambergs zu erzählen. Eine dieser Handlungsebenen ist die fiktive Erzählung des pensionierten Baseball Coachs Frank Whittacker, der widerwillig mit seiner Tochter für sechs Monate ins ungebliebte Deutschland muss. Sein praktizierter Widerstand legt sich erst, als er mit der jungen Baseballmannschaft seines vorübergehenden Wohnorts in Kontakt kommt. Zusammen mit der Erzählung der historischen Ereignisse der Baseballmannschaft aus den frühen 1990er Jahren und den Erinnerungen, die während des Jubiläumsspiels durch meinen Kopf gingen, sind es die Erlebnisse unserer Amerikabesuche, die das Buch abrunden.
Rezensionen siehe https://baseblog.de/buch-scholz und auf Amazon.de.
Base on Balls, epubli, 2018, 428 Seiten
Amazon/Buchhandel, Taschenbuch, 13,99 Euro
Tharos ist ein Brettspiel, welches ich über viele Jahre hinweg entwickelt und verbessert habe und das 2021 bei Spielworxx erscheinen wird.
Angesiedelt im Steampunk Universum bot sich mir schon während der Entwicklung des Spiels die Möglichkeit, durch die vielen im Internet verfügbaren Bilder und Zeichnungen, Einblicke in die phantastische Welt des Steampunks zu erhalten. Warum nicht auch eine spannende Geschichte auf und um Tharos herum erzählen?
Tharos - Die Geschichte ist der Versuch, einem Brettspiel eine Hintergrundstory zu geben mit der Möglichkeit für spätere Spieler, Tharos zu erleben. In mehreren Kapiteln werden die Grundmechaniken des Spiels in Handlungsstränge gepackt und die Erzählung berichtet von Bankdirektor Godfrey Windlass und seiner Tochter Dareliah, wie sie sich innerhalb der Exploration neuer Landschaftsgebiete auf Tharos behaupten müssen.
Die Veröffentlichung von Tharos - Die Geschichte erfolgt allein online auf der Seite von boardgamegeek.com, der größten Webadresse, die sich mit Brettspielen weltweit beschäftigt. In der file section von Tharos kann die Geschichte heruntergeladen werden.
Es sind acht Kapitel des Fantasyromans geplant mit einer Bearbeitungszeit zwischen März und Dezember 2020. Kapitel 1 ist bereits online.
Im Jahr 2019 enstand der Kriminalroman Planen.Bauen.Sterben der in der Welt der Bauplanung angesiedelt ist und durch meine berufliche Tätigkeit als Tragwerksplaner und Bauingenieur entsprechende Hintergrundinformationen enthält.
Den Roman gibt es derzeit in einigen Leseexemplaren zum Probe- und Korrekturlesen. Er umfasst 528 Seiten im Taschenbuchformat.
Information Buchrückseite:
An einem herrlichen Sommertag wird auf der Baustelle des neuen Landratsamtes kurz nach Arbeitsbeginn die Leiche des Architekten und Bauleiters Hans-Dieter Werner aufgefunden. Für den ermittelnden Polizeikommissar Langhammer und den Polizeihauptmeister Stahlgruber sieht es nach einem Arbeitsunfall aus. Zu diesem Zeitpunkt wissen sie nicht, was ihnen bevorsteht.
Planen.Bauen.Sterben nimmt den Leser mit in die Welt der Bauplanung und Bauausführung und zeigt, dass auch in dieser Branche nur Menschen mit all ihren Eigenheiten und Schwächen am Werk sind.
Für die Veröffentlichung wird ein interessierter Buchverlag gesucht.
Mitarbeit in Anthologien
In den 1980er Jahren erschienen Beiträge, Gedichte und Prosa, in einigen Anthologien diverser Publizisten.
Kirschen ohne Steine, Sotira-Verlag, 1985, 2 Gedichte
Autoren stellen sich vor, 1/86, Edition L, 3 Gedichte
Pegasus Ötigheim, Oktober 1986, Kurzgeschichte "Der Sieger"
Pegasus Ötigheim, Mai 1986, 4 Gedichte
Taube und Dornenzweig, Edition L, 1987, 1 Gedicht
Berlin und ich, Hrsg. Mitteldeutscher Kulturrat, 1987, Prosa "Ruhleben - Wilhelmsruh"
Tippsel 3, Gauke-Verlag, 1987, Prosa "Introvertierte Begegnung"
Pegasus Ötigheim, Juni 1988, Prosa "Im Banne des Feldes"
Gauke's Jahrbuch '88, Prosa "Märzenschnee"
Lyrik heute, Edition L, 2 Gedichte
Zwischen den Zeilen das Leben, edition ws, VfA, 6 Gedichte
Über Bernd P. M. Scholz
In folgenden Publikationen sind Informationen über Bernd P.M. Scholz enthalten:
Kürschners Deutscher Literaturkalender, De Gruyter, 71. Jahrgang 2018
Bamberger Autoren, Ulrike Weber, BVB, 1987
Taschenlexikon zur bayerischen Gegenwartsliteratur, Serie Piper, München, 1986